Ratgeber
Baumaschinen: Kosten pro Stunde richtig berechnen
Aktualisiert am 23.10.2026
Die Kosten pro Stunde einer Baumaschine ergeben sich aus den fixen Kosten (Abschreibung, Verzinsung, Versicherung) plus den variablen Kosten (Treibstoff, Wartung, Reparaturen, Verschleissteile), geteilt durch die tatsächlichen Betriebsstunden. Rechnen Sie die Ausfallzeiten dazu, sehen Sie, welche Maschinen Geld verdienen und welche nur kosten. Hier finden Sie die Methode, ein durchgerechnetes Beispiel für einen Minibagger und die Zeichen für den richtigen Ersatzzeitpunkt.
Wie berechnet man den Maschinenkostensatz einer Baumaschine?
Die Grundformel ist einfach: Kosten pro Stunde = (fixe Jahreskosten + variable Jahreskosten) ÷ Betriebsstunden pro Jahr. Die eigentliche Arbeit liegt darin, für jeden Posten verlässliche Zahlen zu haben.
Fixe Kosten fallen an, auch wenn die Maschine im Werkhof steht. Variable Kosten entstehen nur, wenn sie läuft. Wer beides trennt, sieht sofort den Einfluss der Auslastung: Ein Bagger mit wenig Stunden ist pro Stunde teuer, auch wenn er nie ausfällt.
Der Lohn des Maschinisten wird meist separat gerechnet. Er hängt an der Person, nicht an der Maschine. Für einen Regieansatz mit Maschinist schlagen Sie ihn am Schluss zusammen mit den Gemeinkosten auf.
In der Schweiz veröffentlicht der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) jährlich Inventardaten für Baumaschinen, darunter betriebsinterne Verrechnungsansätze. Sie folgen derselben Logik: fixe Kosten (Amortisation, Verzinsung, Versicherung, Stationierung) und variable Kosten (Reparatur und Revision, Energie, Schmiermittel). Das ist ein guter Vergleichswert. Die Zahlen Ihres eigenen Maschinenparks ersetzt er aber nicht.
Fixe Kosten: Abschreibung, Verzinsung, Versicherung
Die fixen Kosten einer Maschine rechnet man pro Jahr und verteilt sie dann auf die Betriebsstunden.
- Abschreibung: (Kaufpreis − geschätzter Wiederverkaufswert) ÷ Nutzungsdauer in Jahren. Den Restwert stützen Sie auf echte Inserate oder die Einschätzung Ihres Händlers, nicht auf Hoffnung.
- Verzinsung: Auch bei Barkauf ist das Geld in der Maschine gebunden. Üblich ist, das durchschnittlich gebundene Kapital zu verzinsen: (Kaufpreis + Restwert) ÷ 2 × Zinssatz.
- Versicherung, Verkehrssteuer, Kontrollschilder: jährliche Prämien und Gebühren, bei immatrikulierten Maschinen auch die periodische Prüfung.
- Stationierung: Platz im Werkhof, Halle, Anteil an der Werkstatt. Wird oft vergessen, zählt aber bei grösseren Maschinenparks.
Betriebsstundenkosten: Treibstoff, Wartung, Reparaturen, Verschleiss
Diese Kosten steigen mit den Stunden. Gleichzeitig kennt man sie am schlechtesten, weil sie in vielen kleinen Rechnungen übers Jahr verteilt kommen.
Die Stunden Ihrer eigenen Werkstatt sind echte Kosten. Wenn ein Mechaniker einen Tag an einem Dumper arbeitet, ist das ein bezahlter Tag. Der Werkstattchef sollte die Stunden mit einem internen Stundensatz erfassen, sonst wirken Ihre Maschinen günstiger, als sie sind.
- Treibstoff: Verbrauch pro Stunde × Literpreis. Der Verbrauch schwankt stark mit Last, Leerlauf und Untergrund; Telematik oder Tankbelege zeigen den echten Wert.
- Wartung und Service: Öle, Filter, Abschmieren, Kontrollen. Teile und Arbeitszeit der Werkstatt, intern oder extern.
- Reparaturen: Pannen, Schäden, Instandstellung. Sie nehmen mit Alter und Betriebsstunden zu.
- Verschleissteile: Pneus, Raupen, Zähne, Schneiden, Schläuche. Preis eines Satzes geteilt durch seine Lebensdauer in Stunden.
Ausfallzeiten: die vergessenen Kosten
Eine defekte Maschine kostet mehr als die Reparatur. Die Baustelle wartet, die Equipe ist schlecht ausgelastet, Sie mieten Ersatz oder verlieren einen verrechenbaren Tag. Für einen Vermieter ist jeder Ausfalltag ein verlorener Miettag.
Notieren Sie deshalb bei jeder Panne, wie lange die Maschine stand und was das gekostet hat: Ersatzmiete, Transport, verlorene Stunden. Übers Jahr summiert verändert dieser Betrag oft die Rangliste Ihrer Maschinen. Eine alte Hebebühne, die günstig wirkt, kann so zur teuersten Maschine im Park werden.
Beispiel: Betriebsstundenkosten eines Minibaggers Schritt für Schritt
Die folgenden Zahlen sind erfunden und gerundet. Sie zeigen den Rechenweg, keinen Richtwert. Verwenden Sie Ihre eigenen Rechnungen und die Angaben des Herstellers.
Minibagger 3,5 t, Kaufpreis 60’000 CHF, Nutzung 6 Jahre, Wiederverkauf rund 18’000 CHF, 800 Betriebsstunden pro Jahr.
- Abschreibung: (60’000 − 18’000) ÷ 6 = 7’000 CHF pro Jahr.
- Verzinsung: (60’000 + 18’000) ÷ 2 = 39’000 CHF durchschnittliches Kapital, × 4 % = 1’560 CHF pro Jahr.
- Versicherung und Abgaben: 1’200 CHF pro Jahr.
- Fixe Kosten: 7’000 + 1’560 + 1’200 = 9’760 CHF pro Jahr, also 9’760 ÷ 800 = 12.20 CHF/h.
- Treibstoff: 4 Liter/h × 2.00 CHF = 8.00 CHF/h.
- Wartung (Teile und Arbeit): 2’400 CHF pro Jahr ÷ 800 h = 3.00 CHF/h.
- Reparaturen: 3’200 CHF pro Jahr ÷ 800 h = 4.00 CHF/h.
- Raupen: ein Satz zu 2’400 CHF hält 2’000 h = 1.20 CHF/h.
- Variable Kosten: 8.00 + 3.00 + 4.00 + 1.20 = 16.20 CHF/h.
- Total Maschine ohne Maschinist: 12.20 + 16.20 = 28.40 CHF/h.
Warum die meisten Betriebe ihre Maschinenkosten nicht kennen
Zum Beispiel kommen noch die Ausfallzeiten dazu: 6 Tage Panne im Jahr, überbrückt mit einer Ersatzmiete zu 400 CHF pro Tag, also 2’400 CHF. Auf 800 Stunden verteilt sind das 3.00 CHF/h mehr, die echten Kosten liegen bei 31.40 CHF/h. Arbeitet derselbe Minibagger nur 500 Stunden im Jahr, steigen die fixen Kosten von 12.20 auf 19.52 CHF/h (9’760 ÷ 500). Eine schlecht ausgelastete Maschine ist oft teurer als eine, die ab und zu ausfällt.
Diese Zahlen haben die wenigsten Betriebe. Das Problem ist nicht die Formel, sondern die Daten. Ersatzteilrechnungen landen im Büro, Werkstattstunden stehen auf Rapportzetteln, der Betriebsstundenzähler wird nur beim Service abgelesen, Pannen werden am Telefon erledigt. Die Buchhaltung kennt die Reparaturkosten des ganzen Betriebs, selten aber die Kosten pro Maschine. Und fast nie die Ausfalltage. Die Folge: Man behält Maschinen, die mehr kosten als sie einbringen, und verrechnet andere unter ihren echten Kosten.
Godet löst das dort, wo die Daten entstehen. Jeder Eintrag im Wartungsheft (Service, Reparatur, Ersatzteil) hat Datum, Betriebsstunden, Kosten für Teile und Arbeit sowie die Ausfallzeit. Den Zählerstand tippt der Maschinist ein oder fotografiert den Zähler: Die KI liest den Wert, die Person prüft ihn. Die Kosten der letzten 12 Monate erscheinen Monat für Monat pro Maschine, und der Excel-Export liefert die Zahlen, um zusammen mit Ihren fixen Kosten den Stundensatz zu rechnen.
Godet ist keine Buchhaltung. Es hält die Wartungs- und Reparaturkosten dort fest, wo sie gebraucht werden: bei der Maschine. Probieren Sie die 3D-Demo ohne Konto aus, oder lesen Sie, wie Sie ein Wartungsheft für Baumaschinen aufbauen.
Wann lohnt sich der Ersatz einer Baumaschine?
Eine neue Maschine hat hohe fixe Kosten und tiefe Reparaturkosten. Bei einer alten ist es umgekehrt. Der richtige Zeitpunkt liegt meist dort, wo die durchschnittlichen Gesamtkosten pro Stunde, gerechnet seit dem Kauf, nicht mehr sinken und wieder steigen. Das sieht nur, wer die Kosten pro Maschine über mehrere Jahre verfolgt.
Beim Verkauf schafft eine lückenlose Geschichte Vertrauen. Ein als PDF druckbares Wartungsheft mit allen Arbeiten und Stunden überzeugt mehr als ein halb leerer Ordner. Wer die Wartungsintervalle des Herstellers einhält, schützt auch den Wiederverkaufswert.
- Die Reparaturkosten pro Stunde steigen von Jahr zu Jahr, bei gleich vielen Betriebsstunden.
- Die Ausfalltage häufen sich und bringen die Baustellenplanung durcheinander.
- Eine grosse Reparatur (Motor, Getriebe, Hydraulik) kommt in die Nähe des Wiederverkaufswerts.
- Ersatzteile werden schwer erhältlich oder die Lieferfristen werden länger.
- Die Maschine passt nicht mehr: Abgasvorschriften auf gewissen Baustellen, Anforderungen Ihrer Kunden.
Häufige Fragen
Was kostet ein Minibagger pro Stunde?
Das hängt vom Kaufpreis, den Betriebsstunden pro Jahr, dem Treibstoff und dem Zustand der Maschine ab. Im erfundenen Beispiel oben sind es rund 28 CHF/h ohne Maschinist und 31 CHF/h mit Ausfallzeiten. Ihre Zahlen können ganz anders aussehen. Nur Ihre eigene Historie zeigt den echten Wert.
Gehört der Lohn des Maschinisten in den Maschinenkostensatz?
Für den Vergleich von Maschinen untereinander nicht: Rechnen Sie die Maschine allein. Für einen Regieansatz mit Maschinist kommen der Lohn inklusive Lohnnebenkosten und die Gemeinkosten dazu.
Wie lange sollte man eine Baumaschine behalten?
Eine feste Dauer gibt es nicht. Sie hängt vom Maschinentyp, den Stunden pro Jahr und den Einsatzbedingungen ab. Verfolgen Sie die durchschnittlichen Gesamtkosten pro Stunde: Steigen sie deutlich, ist es Zeit, den Ersatz zu prüfen.
Was kostet die Kostenerfassung mit Godet?
Sie testen 15 Tage gratis, ohne Kreditkarte. Danach kostet das Abo Essentiel 29 CHF pro Monat für bis zu 5 Maschinen, Pro 59 CHF für bis zu 20 und Parc 99 CHF für bis zu 50 Maschinen, ohne Vertragsbindung. Details finden Sie in der Hilfe.